Praxistipps

Bessere Prompts: drei Handgriffe, die fast immer wirken

Kurz gesagt

Gute KI-Antworten hängen weniger an der KI als am Auftrag. Drei Handgriffe decken den grössten Teil des Unterschieds ab: Starte mit dem Ziel und dem Kontext, zeig ein Beispiel für den gewünschten Ton, und lass die KI zuerst die wichtigsten Rückfragen stellen. Der Test für jeden Prompt: Könnte ein fähiger neuer Mitarbeiter damit gute Arbeit liefern?

Ein klar formulierter Prompt am Laptop: drei Handgriffe für bessere KI-Antworten

Wenn die KI dir mittelmässige Antworten gibt, liegt es selten an der KI. Es liegt am Auftrag. Die gute Nachricht: Du brauchst keinen Prompt-Kurs und keine geheimen Formeln. Drei Handgriffe reichen für 80 Prozent des Unterschieds.

Stell dir vor, du gibst einem neuen Mitarbeiter am ersten Tag den Auftrag: «Schreib mal was für unsere Website.» Was bekommst du zurück? Irgendetwas. Höflich, generisch, unbrauchbar. Nicht weil der Mitarbeiter schlecht ist, sondern weil der Auftrag schlecht war.

Genau so behandeln die meisten ihre KI. Und wundern sich über die Antworten.

Handgriff 1: Starte mit dem Ziel

Die Maschine rät alles, was du ihr nicht sagst. Und Raten ergibt Durchschnitt. Nimm ihr das Raten ab, in einem Satz: was das Resultat bewirken soll, für wen es ist und aus welcher Rolle sie schreibt.

Vorher: «Schreib eine Mail an meine Kunden wegen der Preiserhöhung.»

Nachher: «Du schreibst als Inhaber eines Malergeschäfts an langjährige Privatkunden. Ich erhöhe die Stundensätze per Januar um 5 Prozent, zum ersten Mal seit drei Jahren. Ziel: ehrlich informieren, ohne mich zu entschuldigen, und die Kundenbeziehung stärken statt belasten.»

Gleiche Aufgabe, andere Liga. Der zweite Prompt ist kein Fachwissen, er ist nur der Kontext, den du im Kopf sowieso hast. Schreib ihn hin.

Handgriff 2: Zeige, wie gut ausschaut

Beschreiben, was du willst, ist gut. Zeigen ist besser. Gib der KI ein Beispiel mit, das den Ton trifft: eine alte Mail von dir, eine Offerte, die gut ankam, ein Text, der klingt wie ihr.

Hier ist eine Mail, die ich letztes Jahr geschrieben habe und die gut ankam: [einfügen]. Schreib die neue Mail im gleichen Ton.

Das ist der stärkste einzelne Handgriff überhaupt, und der am meisten unterschätzte. Dein Ton steckt in deinen alten Texten. Die Maschine kann ihn imitieren, aber nur, wenn sie ihn zu sehen bekommt. Ohne Beispiel bekommst du den Ton von allen, also von niemandem.

Handgriff 3: Lass die KI zuerst fragen

Der Handgriff, den fast niemand nutzt: Dreh die Richtung um. Statt alles vorauszuahnen, was die KI wissen müsste, häng einen Satz an:

Bevor du schreibst: Stell mir die drei Fragen, deren Antworten das Resultat am meisten verbessern würden.

Jetzt arbeitet die Maschine wie ein guter Mitarbeiter, der nachfragt, statt loszurennen. Die Fragen zeigen dir nebenbei, welcher Kontext gefehlt hat, und nach zwei, drei Durchgängen baust du ihn von Anfang an ein. Du wirst besser im Beauftragen, nicht nur die Antwort besser. Das ist der Handgriff mit Zinseszins.

Der Massstab

Merk dir als Test einen einzigen Satz: Würde ein fähiger neuer Mitarbeiter mit diesem Auftrag gute Arbeit liefern können? Wenn nein, ist der Prompt nicht fertig. Wenn ja, ist er gut, ganz ohne Formeln.

Probier die drei Handgriffe an einer echten Aufgabe von dieser Woche aus, nicht an einer Spielerei. Der Unterschied überzeugt dich schneller als jeder Artikel.

Und wenn du sie lieber unter Anleitung übst, mit deinen eigenen Aufgaben und jemandem, der über die Schulter schaut: Genau dafür gibt es unsere Trainings, und für den ersten Augenschein den gratis KI Apéro in Zug.

Häufige Fragen

Was macht einen guten Prompt aus?

Ein guter Prompt nimmt der KI das Raten ab: Er startet mit dem Ziel, nennt Empfänger und Rolle, zeigt wenn möglich ein Beispiel für den gewünschten Ton und lässt die KI bei Bedarf Rückfragen stellen. Der Test: Würde ein fähiger neuer Mitarbeiter mit diesem Auftrag gute Arbeit liefern können?

Warum gibt mir ChatGPT so allgemeine Antworten?

Weil die Maschine alles rät, was du ihr nicht sagst, und Raten Durchschnitt ergibt. Ohne Kontext zu Absender, Empfänger und Ziel liefert sie den Ton von allen, also von niemandem. Schon ein Satz Kontext und ein eigenes Beispiel heben die Qualität deutlich.

Muss ich Prompt Engineering lernen?

Für den Berufsalltag: nein. Die drei Handgriffe aus diesem Artikel decken den grössten Teil der Wirkung ab: Kontext geben, Beispiel zeigen, Rückfragen zulassen. Spezialtechniken lohnen sich erst, wenn du KI in feste Abläufe einbaust, und auch dann bleibt der Kern derselbe: klare Aufträge geben.

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